Unsere diesjährige Exkursion 2004 führte uns nach München und Ottobrunn. Die zentralen Programmpunkte bildeten die Besuche der Flugwerft Schleißheim, der sog. „Abteilung für Luftfahrt“, einer Zweigstelle des Deutschen Museums in München, sowie von EADS in Ottobrunn.
Teilnehmer: 1 Herbert Wenz, 2 Siegfried Hoyer, 3 Peter Päßler, 4 Winfried Selke, 5 Hubert S. Längle. (dieser kam aus Bonn mit eigenem Zug und war schon vor uns in München), 6 Ulrich Bremer, 7 Gregor Pille, 8 Hans-Martin Fischer, 9 Veit Schuster, 10 Reinhold Riewe, 11 Lothar Haupt.
Ablauf:
Anreise mit ICE 537 (hin) und ICE 538 (rück), Fahrten sehr gut verlaufen, pünktlich und bequem, Zugpaare von/nach Hamburg und Bremen, zusammengestellt in Hannover.
Anreisetag: 3. September 2004
Ankunft im Münchener Hbf fast pünktlich, Fußmarsch zum Hotel; etwa nach einer halben Stunde: Gang in die Stadt, über die Kauffinger Str., Karlsplatz/Stachus zum Marienplatz mit dem Rathaus, Essen in einem Paulaner Bräu in einer Nebenstraße am Rathaus, dann zu Fuß zurück zum Hotel.
Zweiter Tag: 04.09.2004
Der Gang durch die Hallen der Flugwerft Schleißheim am Sonnabend wurde für uns unter der beeindruckenden Führung von Wolfgang Weinhold zu einem echten Erlebnis: Sechs Stunden, viermal länger als geplant, dauerte der atemberaubende Ritt durch ein Jahrhundert Luftfahrtgeschichte. Zusätzlich gab uns der alt erfahrene Luftfahrtpionier Eddi Strack faszinierende Einblicke in die Technologieentwicklung der Flugmotoren.
Ganz besonders eindrucksvoll war für uns Raumfahrer der Anblick aller drei Stufen der ELDO-Rakete. An ihrer dritten Stufe hatte der eine oder andere von uns in jungen Jahren noch selbst mitgearbeitet.

Foto: © RHA
Gruppe der RHA-Teilnehmer vor der 3. Stufe der ELDO-Rakete (mit Besucherführer)
Bei spätsommerlichem Wetter ließen wir im Biergarten, vor der historischen Kulisse des Schleißheimer Schlosses, bei einer Maß Bier den Tag ausklingen.
Dritter Tag: 05.09.2004
Am Sonntag stand der Besuch des Deutschen Museums auf der Isar-Insel auf dem Programm. Herr Metzger führte uns durch die Lesesäle und das Magazin der Bibliothek. Dabei zeigte er uns nicht nur die umfangreichen offenen Bibliotheksbestände, sondern auch einige wirklich kostbare Raritäten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Wir Laien vom Raumfahrthistorischen Archiv erhielten für uns hilfreiche Erläuterungen über die zugrundeliegende Systematik. Die Bestände füllen etwa vier Etagen in dem riesigen Gebäudekomplex.
In einer weiteren Führung zeigte uns Herr Gallmeier zum Thema Raumfahrt die beachtliche Sammlung von Raketenantrieben und Raumfahrzeugen, angefangen
- vom Raketenfahrzeug Valier 4 bis hin zum Ariane-Triebwerk Vulcain,
- vom Satelliten Azur bis hin zu Spacelab
Eine wirklich sehenswerte Sammlung von zahlreichen Exponaten auf begrenztem Raum. Die Führung war mittelmäßig, weil unsere Kollegen teilweise mehr über die Einzelheiten wussten, als der Führer.
Ein wenig geschafft schlenderten wir von der Museumsinsel aus zum Chinesischen Turm im Englischen Garten. Bei angenehmer Temperatur ließen wir uns im gut besuchten Garten nieder und entspannten uns bei einer deftigen Brotzeit und einer kühlen Maß. Das heitere, fast familiäre Getümmel der anderen Gäste um uns herum und die warmen Farben der untergehenden Sonne ließen wir bei bekannten Klängen einer hoch im Turm aufspielenden Blaskapelle auf uns wirken.
Vierter Tag: 06.09.2004
Der Besuch von EADS am Montag in Ottobrunn begann eigentlich schon am Ostbahnhof in München, von wo aus uns der Schnellbus des Werkverkehrs direkt auf das Werksgelände brachte. Zumindest glaubten wir das. Aber wir stiegen auf öffentlicher Verkehrsfläche aus, da sich das ehemals kompakte MBB-Gelände zu einem Gewerbepark Ottobrunn gewandelt hatte, in dem EADS Space als eigenständiges Unternehmen neben anderen erscheint.
Begleitung durch Frau Sahin von der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit. Die Führungen durch die Produktionsstätten von EADS Space Transportation wurden zu einem echten Erlebnis, zumal die erste Garde des Produktionsteams die Führungen übernommen hatte: Herr Stegmann, dessen Vater früher in der Produktsicherung tätig und daher einem Teilnehmer persönlich bekannt war, gab uns einen Einblick in die Arbeiten des für uns neuen Ariane-Zentrums: Produktion der Brennkammern und Fräsen der Brennkammern, neue schweizerische Fräsmaschine. Seine lebendige Darstellung der dort beherrschten Technologien und ihrer Anwendungen beeindruckte uns sehr. Auch der Leiter der Galvanik hat uns in anschaulicher Weise die angewendete Technologie für Dickengalvanik, einem Kupfer-Nickel-Auftrag bis zu 8-10 mm Dicke, erläutert.
Nach gastlicher Bewirtung in der uns altbekannten Kantine hatten wir noch Gelegenheit, das historische EADS-Archiv zu besichtigen. Herr Mühlbauer gab uns einen Einblick in Inhalt und Struktur des Archivs. Die wertvollen Nachlässe von Messerschmitt und Bölkow werden ergänzt durch umfangreiche Projektdokumente sowie durch eine ansehnliche Fotosammlung über abgeschlossene Projekte.
Abends Besuch des Hacker-Pschorr-Kellers in der Nähe der Theresienhöhe und der St. Paulskirche. War ganz gut, insbesondere auch die musikalischen Darbietungen auf der Bühne zum Vergnügen einer Touristengruppe aus Japan, die mit zwei großen weißen Omnibussen angekarrt wurden.
Fünfter Tag: 07.09.2004
Die Rückreise am Dienstag war so kurzweilig wie die Hinfahrt: Nach fünf dreiviertel Stunden Fahrzeit im voll besetzten ICE erreichten wir Bremen am späten Nachmittag pünktlich, auf die Minute genau ! Dabei fuhr der Zug im Leinetal Spitzengeschwindigkeiten von 250 Kilometer pro Stunde. Einmal mehr hatte unser Herr Wenz eine erlebnisreiche Exkursion perfekt organisiert und geleitet.
