| 2006
Tag der Archive 2006
Kunst und Raumfahrt
Der alle zwei Jahre von der Gemeinschaft der Bremer Archive gemeinsam
durchgeführte "Tag der Archive" fand im Jahr 2006 im Frühjahr bis
in den Mai hinein statt. Zentraler Punkt war das Kunstmuseum Weserburg. Dort
präsentierte sich die Mehrheit der Archive in einer Sonderausstellung
unter dem Motto "Archive und Kunst". Die offizielle Eröffnung erfolgte
mit einer Pressekonferenz, die aber nur wenige Zeitungen anlocken konnte.
Über viele Wochenenden hinweg standen jeweils in Rahmen einer
sonntäglichen Vormittagsveranstaltung ein bis zwei Archive bevorzugt
im Blickpunkt. Von dem jeweiligen Archiv war dann ein Vertreter anwesend,
um die Exponate seines Archivs im kurzen Vortrag und in der Beantwortung
von Fragen den Besuchern der Ausstellung zu erklären. Da an einem Sonntag
mitten im Mai das Wetter zu schön war, scheuten viele Besucher den Gang
ins Museum und versäumten, wie einfach sich Raumfahrttechnik mit Kunst
verbindet. Dies wurde zunächst an fünf Gegenständen verdeutlicht,
z.B. einem 500 N Raketentriebwerk, an dessen Auftrennung die fein gearbeiteten
Kühlkanäle erkennbar waren. Zwei Teile stammten von der Drittstufe
der ehemaligen EUROPA Rakete und zeigten, wie aus dem Werkstoff Titan unter
filigraner Verarbeitung die Leichtbauweise mit hoher Festigkeit hervorgeht.
Der Schnitt durch ein Wärmerohr brachte die Frage nach der Funktionsweise
solcher Wärmetransporter hervor. Ein Aluminiumrohr aus einem
Raketenprüfstand, das von einem Eisenstück eines explodierenden
Treibstofftanks sehr kurios angeschnitten, dann aber hängen geblieben
war, wurde das Symbol des Archivsplitters, der Zeitschrift, die in
unregelmäßigen Abständen von den Archiven herausgegeben wird.
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| Danach zeigten mehrere Bilder den Blick aus dem Weltall auf die Erde.
Es war nicht schwierig die Besucher davon zu überzeugen, dass diese
Erde ein Kunstwerk in sich ist und die Raumfahrt einen Beitrag dazu leistet,
ihre Schönheit, aber insbesondere ihre Empfindlichkeit aus höherer
Perspektive sichtbar zu machen.
Der Vortrag endete mit einem Blick ins Weltall. Es genügt ein Space
Telescope irgendwohin ins Weltall auszurichten, um jeweils ein phantastisches
Bild eines kosmischen Nebels, einer Galaxie oder eines Galaxienhaufens zu
erhalten und dabei tief in die Vergangenheit zu blicken. Auch hier konnte
die Frage nach dem Künstler nicht eindeutig beantwortet werden.
Für das Archiv gingen diese Archivtage mit dem Offenen Tag für
das eigene Archiv zu Ende. Leider konnten auch hier nur 4 interessierte Besucher
begrüßt werden. Vermutlich liegt dies aber weniger an der
Unbedeutendheit der Archive als vielmehr der geringen Bekanntheit in der
Öffentlichkeit.
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